Dienstag, 17. April 2012
12. "KNAPP VORBEI" IST AUCH "DANEBEN"
In meinem Beitrag 05. zum Sinn des Lebens versuche ich zu erklären, warum er nach meiner Meinung im Einhalten der Zehn Gebote liegt. (AT, Exodus 20, 1 - 17) Und je nach Erfolg auf dem Gebiet wartet das Paradies. Auf Grund der Äußerung von Jesus am Kreuz, wo er seinem Nachbarn selbiges noch am gleichen Tag verspricht (NT, Lukas 23, 39-43), ist dem also durchaus zu glauben. Die Theologie Studierten faseln hier ganz schnell von GNADE und VERGEBUNG. Ich behaupte: Nix Gnade. Nix Vergebung. Der Mann war einfach fromm und ob zu recht verurteilt läßt sich im Jahr 2026 nur noch schwer beurteilen. Jedanfalls geht schon aus dem Dialog der drei hervor, daß auf der einen Seite ein vernünftiger war und auf der anderen'ne Dumpfbacke. Aber was ist mit dem auf der anderen Seite? Und mit all denen, die nach der Perspektive von Jesus nicht ein ausreichend frommes Leben geführt haben? Wartet auf die dann die Hölle?

Grundsätzlich muss jeder Mensch logischerweise ersteinmal antworten: "Keine Ahnung! - Wie auch?"

Richtig - aber ein bißchen darüber phantasieren können wir ja mal.

Ich glaube nicht, daß es sich so einfach in schwarz und weiß aufteilen läßt, auch wenn uns die Kreuzigungscene das suggeriert. Hier die Guten und da drüben die Bösen. Und dann ist da ja auch noch die gelebte Zeit. Die einen müssen sich 80 Jahre lang beweisen. Andere werden schon mit 10 vom Auto überfahren, bevor sie überhaupt angefangen haben richtig zu leben. Das kann doch nicht gerecht sein.

Die, die spätestens jetzt anfangen zu protestieren und mit den immer gleichen Formulierungen kommen mit: "Jesus liebt alle " und mit ihrem theologischen Vortrag über die Gnade Gottes mir kontern wollen, muß ich leider hier schon wieder auf Monty Phyton verweisen. Ihr wisst schon. Geradeaus und dann links.....

Wenn einer also 10 Jahre alt wird und ein anderer 80 Jahre, wo ist da dann die Gerechtigkeit? An dieser Stelle muss ich kurz erwähnen, daß ich die katholische Kirche noch nicht von vornherein im Alleinbesitz der absoluten religiösen Wahrheit sehe. Auch ein Jesus konnte ersteinmal auf Grund der großen Distanzen so wie er erschien, nicht an jedem Ort der Erde erscheinen. Und auf Grund der fehlenden alttestamentarischen Vorgeschichte nicht in Afrika und nicht in Asien. Und schon gar nicht in Nord und Südamerika. Ganz zu schweigen von Australien. Das wäre aber den vielen dort lebenden Menschen gegenüber ungerecht. Und auch mit der gewaltsamen Christianisierung 1500 Jahre später wurden "die Wilden" dort überall noch nicht glücklicher.

Und wenn wir uns die 10 Gebote im Detail ansehen, (ausser den ersten drei. Und beim vierten Gebot vergesse man nicht was bei Matth. 12, 48-50 und Mk. 3, 33-35 passiert.) werden wir feststellen, daß wir dafür, um ein Interesse daran zu haben, sie einzuhalten, noch keine Religion brauchen. In keinem Land der Erde und in keiner Sprache. Denn diese Gebote sind ein natürliches ethisches und moralisches Grundbedürfniss aller vernünftigen Menschen. Daher kann ein Mensch auch fromm, also gut sein, ohne daß er an einen Gott oder eine Religion glaubt und trotzdem, nach meinem Daführhalten, im Paradies landen. Denn wenn es einen Gott geben sollte, ist er nicht eitel, sondern gerecht.

Daher vermute ich, daß grundsätzlich ersteinmal in jeder Religion ein Funken Wahrheit steckt. Denn ich behaupte erst einmal so ganz pauschal, daß es in jeder Religion ersteinmal darum geht, EIN FROMMES LEBEN ZU FÜHREN. Was immer das auch in der jeweiligen Religion bedeutet. Und was bei uns das Paradies, ist woanders das Nirwana. Vereinfacht gesagt.

Daher finde ich für mich persönlich nur im Reinkarnationsprinzip des Buddhismus und Hinduismus eine logische Erklärung für die von mir oben erwähnte zeitliche Ungerechtigkeit. Aber warum gibt es in diesen beiden Religionen dieses Prinzip und nicht in der katholischen der Bibel? Sicher - darüber sprechen tut niemand offiziell im Klerus. Das heißt aber noch nicht, daß man keine Hinweise dazu im Neuen Testament findet. Denn ich sehe noch keinen anderen Grund als genau den, darauf zu verweisen, als Jesus nach der Auferstehung den Emmaus - Jüngern Quantensprung - mässig in veränderter Gestalt zum Schluß erscheint (Lukas 24, 13-35). Welchen Grund sollte er sonst gehabt haben als eine optisch andere Person zu erscheinen? Von den Jüngern fragt ihn jedenfalls keiner nach dem Grund. Und wie er mit der Auferstehung beweist, hätte er auch gleich von vornherein mit 30 plötzlich irgendwo aus dem Wald oder der Wüste auftauchen können um zu predigen, wenn er nicht auch mit dem Verweis auf die Geburt als Baby den Kreis am Ende seines irdischen Wirkens schließen und auf das Reinkarnationsprinzip verweisen wollte?

Gefallen tut mir der Gedanke nicht, aber ich komme schon seit längerem zu keiner anderen plausibleren Erklärung. Mein Leben war jedenfalls so anstrengend, daß ich noch keine Belohnung in einer Reinkarnation sehe und auch daher eine Pille für das ewige Leben einem endlosen Höllentrip gleich käme. Aber schon aus dem Grund führen wir im allgemeinen ein sogenanntes "Kurzes Leben ".

Also scheint die Alternative zum Paradies die Reinkarnation zu sein, denn auf Grund von Verhalten nach einem sogenannten kurzen Leben schon in einem der Höllenkreise von Dante Alighieri zu landen scheint mir ein bisschen verfrüht. Die Kirche verweist zwar an der Stelle auf das letzte Kapitel der Bibel, die Offenbarung, oder auch Johannesapokalypse genannt, aber ich rate davon ab. Denn mal ganz unter uns: Dieses Buch, das erst nach dem Tode von Jesus von Nazareth entstanden sein soll, aber zu Beginn ständig die Bezeugung durch Jesus wiederholt halte ich in vielerlei Hinsicht lediglich für Lippenbekentnisse und völlig fehl am Platz am Schluss der Bibel. Ich frage mich schon seit längerem wie es dieser "Kuckuck", der auf Dauer klingt wie das Machwerk eines Haschisch rauchenden Mesopotanier und zu Beginn unübersehbar gleich mehrfach den Siebenarmigen Leuchter, die Menoa des alttestamentarischen Judentums wie eine Fahne gen Himmel streckt, ins Neue Testament der Bibel schaffen konnte. Wer sich bekifft damit amüsieren möchte - von mir aus. Aber als Anhaltspunkt für die aufkommende Hölle halte ich die Offenbarung für einen Witz. Da klingen die Prophezeiungen des Dante Alighieri in seiner "Göttlichen Komödie"für mich weitaus realistischer.

Die sehe ich persönlich aber eher am Ende, wenn inzwischen niemand mehr bereit scheint, auf Grund von Erkenntnis sich bessern zu wollen und auf unserem Planeten nichts mehr geht. Und da diese Kreise bei Dante, also Zonen, ein recht abgeschlossenes System zu sein scheinen, vermute ich das jeder Kreis auch ein Symbol für die Runde Form eines Planeten stehen könnte. Denn wenn man gen Himmel guckt, scheint es da für einen Gott doch reichlich Auswahl zu geben. Daher sehe ich die Gnade Gottes darin, uns die Möglichkeit zu geben, in dieser oder einer der nächsten Inkarnationen es besser machen zu können. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Banause gleich nach seinem Tod mit Gnade und Vergebung uns im Paradies schon wieder auf den Wecker gehen könnte..... Und da es in der Bibel heißt, daß Gott uns nach seinem Ebenbild, also seinem Spiegelbild geschaffen hat (AT, Gen. 1, 27), scheint das Paradies nicht nur eine sphärische Aurawelle, in der sich nur noch die Seelen tummeln, sondern von recht irdischer Machart zu sein. Und mal ganz ehrlich. Bei den sogenannten Guten wird es vermutlich erschreckend unterschiedliche Vorstellungen von einem Paradies geben, daß ich nur hoffen kann, das wenn, dann auf meinem Planeten das Spektrum nicht zu breit gefächert ist.....

Und was soll der Fussballerspruch: "Knapp vorbei" ist auch "daneben"? Entschuldigung - Aber der kam mir bei der Erinnerung an die ewige krampfhafte Suche nach dem neuen Dalai Lama.....

Ja - Monsignore, sie mögen ja recht haben. Sicherlich wäre ich mit meinen Blog - Beiträgen vor 500 Jahren noch auf dem sicheren Weg in Richtung Scheiterhaufen gewesen. Aber wie heißt es im Film "Das Leben des Brian" nach der Raumschifflandung so treffend: DA HAM'N WIR NOCHMAL GLÜCK GEHABT....!
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Filme zum Thema "Reinkarnation" bei Youtube zu finden ist nicht so leicht. Ein empfehlenswerter, dessen Buch von Mitchell ich eher ein bißchen langatmig finde und auch das Reinkarnationsprinzip darin nicht so deutlich wird wie in dem im TV gelegentlich wiederholten 2012 erschienen Film "DER WOLKENATLAS" mit Halle Berry und Tom Hanks.
Eher unlogisch ist für mich die Reinkarnation nach religiöser Interpretation in Clone im Film "AEon Flux" mit Charlize Theron.

Feb. 2026

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